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VORTEILE

Steuervorteile

Vorab: Die Informationen hier auf dieser Webseite können nur einen ersten Anhalt bieten. Gewähr für die inhaltliche Richtigkeit kann nicht übernommen werden. Häufig bekommen wir Anfragen, wie Sachverhalte steuerlich zu behandeln sind. Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir diese Fragen nicht beantworten können. Ansprechpartner ist hier ein(e) Steuerberater(in) oder das zuständige Finanzamt.


Anerkannte Schwerbehinderte genießen steuerrechtliche Vorteile:

Steuerfreier "Pauschbetrag" von 310 – 1.420 €
Personen mit anerkannter Behinderung erhalten, je nach Grad der Behinderung, jährlich einen steuerfreien Pauschalbetrag gemäß der nachstehenden Tabelle.


 
Grad der Behinderung  Pauschbetrag in € 
25-30  310,- 
35-45  430,- 
45-50  570,- 
55-60  720,- 
65-70  890,- 
75-80  1.060,- 
85-90  1.230,- 
95-100  1.420,- 



 

Schwerbehinderte mit den Merkzeichen "Bl" oder "H"
erhalten einen steuerfreier Pauschbetrag in Höhe von 3.700 €

Pflegepersonen eines Schwerbehinderten mit dem Merkzeichen "H"
erhalten einen steuerfreien Pauschbetrag in Höhe von 924 €

Schwerbehinderte Menschen mit Merkzeichen "G" oder einem GdB ab 70
können erhöhte Aufwendungen für die Fahrt mit dem PKW zur Arbeitsstelle in Höhe von 0,30 € pro Km geltend machen

Schwerbehinderte Menschen mit einem GdB von 50 oder höher
können steuerlich die Kosten einer Haushaltshilfe i.H.v. bis zu 924 € jährlich geltend machen

Schwerbehinderte mit einem GdB von 80 oder einem GdB von 70 bei gleichzeitiger Geh- oder Stehbehinderung (Merkzeichen "G" oder "aG")
können Aufwendungen für Private Fahrten mit dem PKW bis 3.000 km i.H.v. 0,30 €
pro Km geltend machen.

Schwerbehinderte mit den Merkzeichen "H" oder "aG"
können Aufwendungen für Privatfahrten bis 15.000 km i.H.v. jeweils 0,30 € pro gefahrenem Km geltend machen.


Wichtiger Hinweis:
Treten steuerlich relevante Änderungen gleich welcher Art (z.B. Wegfall eines Merkzeichens, Senkung des GdB Wertes usw.) ein, so sind Sie verpflichtet, dies unverzüglich dem zuständigen Finanzamt anzuzeigen. Anderenfalls machen Sie sich einer Steuerhinterziehung im Sinne des § 370 Abgabenordnung strafbar. Dieses Risiko sollten Sie keinesfalls eingehen!



Parkausweis

Es besteht für Schwerbehinderte, die über einen Ausweis mit den Merkzeichen Bl (für Blinde) oder aG (für außergewöhnlich gehbehindert) verfügen die Möglichkeit, öffentliche Behindertenparkplätze zu benutzen. Das Recht dazu setzt allerdings voraus, daß der Ausweisinhaber selber das Fahrzeug fährt oder zumindest Mitfahrer im Fahrzeug ist.

Ggfls. besteht auch ein Anspruch auf Ausweisung eines personenbezogenen, also nur für Sie reservierten Behindertenparkplatzes vor der eigenen Haustür.


Fahrschein ÖPNV

Gemäß § 145 Sozialgesetzbuch neun werden schwerbehinderte Menschen, die infolge ihrer Behinderung in ihrer Beweglichkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt, gehörlos oder hilflos sind, im öffentlichen Personennahverkehr nach § 69 Abs. 5 Sozialgesetzbuch neun unentgeltlich befördert. Dazu ist das Mitführen eines Ausweises mit halbseitig orangefarbenen Flächenaufdruck nötig. Im Ausweis muss eines der Merkzeichen "G", "H" oder "Gl" vermerkt sein. Weiterhin muss eine Wertmarke vorhanden sein, die das Versorgungsamt gegen eine Gebühr von 60 € (Gültigkeitsdauer 1 Jahr) oder von 30 € (Gültigkeitsdauer ½ Jahr) erteilt.

Inhaber von Ausweisen mit den Zeichen "Bl" oder "H" erhalten die Wertmarke kostenfrei. Bei dem Merkzeichen "B" erhält auch die Begleitperson eine Wertmarke.



KFZ Steuerbefreiung

Schwerbehinderte, die über einen Ausweis mit orangefarbigem Flächenaufdruck und Merkzeichen "Bl" (blind) , "aG" (außergewöhnlich gehbehindert) oder "H" (hilflos) verfügen, erhalten eine vollständige Befreiung von der KFZ Steuer.

Schwerbehinderte mit dem Merkzeichen "G" und einem orangefarbigen Flächenaufdruck erhalten, wenn Sie auf den Fahrschein für den ÖPNV verzichten, eine hälftige KFZ Steuerbefreiung. Die Wahl zwischen Fahrschein und Steuerbefreiung ist nicht dauerhaft bindend. Man kann jederzeit unter Beachtung der Anzeigepflicht wechseln.

In allen Fällen gilt:
Immer nur ein Fahrzeug ist von der Befreiung oder Reduzierung der KFZ Steuer betroffen. Es kommen alle Arten von Fahrzeugen in Betracht, jedoch muss es auf den Schwerbehinderten zugelassen sein. Sobald das Fahrzeug gewerblich genutzt wird, entfällt die Befreiung / Reduzierung. Die gewerbliche Nutzung muss dem Finanzamt umgehend gemeldet werden. Die Unterlassung einer solcher Meldung kann eine strafbare Steuerhinterziehung im Sinne des § 370 Abgabenordnung darstellen!




KFZ Hilfe

Den meisten Betroffenen völlig unbekannt ist die Kraftfahrzeughilfe Verordnung (KfzHV)
Nach dieser Verordnung besteht in bestimmten Fällen ein Anspruch auf einen Zuschuss des Rentenversicherungsträgers/ Unfallversicherungsträgers zur Beschaffung eines Kraftfahrzeugs oder für den Einbau behindertengerechter Sonderausstattung.
Ist der Betroffene noch nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis, so können auch die Kosten zur Erlangung des Führerscheines auf Antrag erstattet werden.

Vorraussetzung für die Gewährung der genannten Leistungen und Hilfen ist, daß ein Fahrzeug dringend erforderlich ist. Förderungen kommen hier jedoch, im Gegensatz zum Erlass der KFZ Steuer (s.o.) nur in Betracht, wenn das Fahrzeug tatsächlich behindertengerecht nutzbar ist. Sportwagen oder Motorräder kommen daher nicht in Frage.

Wenn Sie zu diesen Möglichkeiten weitere Fragen haben, sprechen Sie uns einfach an.




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